politisches Selbstverständnis 2005 PDF Drucken
Deutschsprachige vorläufige Fassung (Work in Progress)

Wir wir uns selbst sehen! Diskussionsgrundlage zur Ergänzung, Verbesserung und Weiterentwicklung

Die politischen Kommunen wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern. Dazu tragen sie bereits in gewissem Maße durch ihre alternative Lebensweise bei. Fernziel sind egalitäre (freiheitliche und gleichberechtigte), emanzipatorische, solidarische Menschen.

Unter den erwachsenen Menschen in unseren Kommunen besteht strukturelle Gleichberechtigung. Herrschaftsstrukturen lehnen wir ab. Wir bemühen uns um Überschaubarkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller gemeinschaftlichen Vorgänge. Unsere Privatsphären müssen hinterfragbar sein.

Unser Weg der Verständigung ist das miteinander Reden und sich in die Augen sehen - die direkte Kommunikation. Wir entscheiden im Konsensprinzip. Es gibt die Möglichkeit ein Veto einzulegen.

Unsere Kommunen fußen auf Gemeineigentum an allen Immobilien und Produktionsmitteln. In Kommunen sind der Grund und Boden und die Produktionsmittel sozialisiert.

Wir wollen es vermeiden, LohnarbeiterInnen zu beschäftigen. Wir wollen Menschen nicht über Leistung definieren. Wir wollen uns nicht nur von der fremdbestimmten Arbeit lösen, sondern vom herrschenden Verrechnungsdenken überhaupt. Wir wollen nur noch selbstbestimmte Tätigkeiten ausführen.

Wir wirtschaften in einen gemeinsamen Topf, aus dem wir nach persönlichen Bedürfnissen entnehmen.

Unsere Gemeinschaftskultur beruht auf Solidarität, Verantwortungsbewusstsein, Verbindlichkeit und einer Kommunikations des Wohlwollens, der Achtung und Gewaltlosigkeit. Das Kollektiv hat keinen Selbstzweck, wichtig ist, dass sich die Persönlichkeiten in der Kommune entwickeln können. Wir wünschen uns eine grundsätzliche Bereitschaft zur Auseinandersetzung, zur Mitteilung und Teilnahme am Gruppengeschehen.

Durch die Kommune können Eltern und Kinder den Zwängen und Überforderungen der Kleinfamilie entgehen. In der Kommune können sich neue Beziehungsformen entwickeln, insbesondern auch zwischen Erwachsenen und Kindern. Wir wollen uns ein Umfeld schaffen, in dem sich Kinder entsprechend ihren Neigungen und Geschwindigkeiten entwickeln können und in dem sie Unterstützung darin bekommen, sich zu entfalten und sich dabei eigenständig neben ihren Eltern weitere Bezugspersonen innerhalb der Gruppe zu wählen.

Kassel, März 2005